Die baubiologische Untersuchung nach dem
STANDARD DER BAUBIOLOGISCHEN MESSTECHNIK
SBM-2003
 

 



Eine Übersicht der Risikofaktoren, die in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitsplätzen oder auf Grundstücken sachverständig gemessen, ausgewertet und schriftlich (mit Angabe aller Messergebnisse, Messgeräte und Analyseverfahren) dargestellt werden. Gibt es baubiologische Auffälligkeiten, dann werden entsprechende Sanierungsempfehlungen erarbeitet.

Die einzelnen Punkte des Standards beschäftigen sich mit biologisch problematischen Umwelteinflüssen in Innenräumen. Die professionelle und ganzheitliche Erkennung und Reduzierung im individuell machbaren Rahmen ist Sache der baubiologischen Messtechnik.

Der Standard, die dazugehörigen Richtwerte und Randbedingungen wurden 1987-1992 von der BAUBIOLOGIE MAES entwickelt. Das Institut für Baubiologie und Oekologie Neubeuern IBN, Wissenschaftler, Ärzte und Kollegen haben mitgeholfen. Der Standard wurde erstmals als SBM-92/5 im Mai 1992 publiziert, die 5. Aktualisierung zum SBM-2000 erfolgte im Mai 2000. Diese Version SBM-2003 ist die 6. Neuerscheinung, sie wurde im Mai 2003 veröffentlicht. Standard nebst Richtwerten und Randbedingungen werden ab 1999 von einer Sachverständigenkommission aktualisiert, die Mitglieder sind zur Zeit Dr. Thomas Haumann, Dipl.Ing. Norbert Honisch, Wolfgang Maes, Dipl.Ing. Helmut Merkel, Dr. Manfred Mierau, Uwe Münzenberg, Peter Sierck, Dipl.Chem. Jörg Thumulla und Dr. Martin Virnich.

 


Nach oben Nach oben

 A  FELDER, WELLEN, STRAHLUNG

1  ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)

Messung der niederfrequenten elektrischen Feldstärke (V/m), der Körperspannung des Menschen im elektrischen Feld (mV) sowie der dominierenden Frequenz (Hz)Ursache: Wechselspannung in Kabeln, Installationen, Geräten, Wänden, Böden, Betten, Freileitungen...

 

2  MAGNETISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz) 

Messung und Langzeitaufzeichnung der niederfrequenten magnetischen Flussdichte (nT), der dominierenden Frequenz (Hz) sowie Bestimmung des Feldlinienverlaufes.
Ursache: Wechselstrom in Installationen, Geräten, Trafos, Motoren, Frei- und Erdleitungen, Eisenbahn... 

 

3  ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN (Hochfrequenz)

Messung der gepulsten und ungepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Strahlungsdichte (µW/m2) und ergänzende Bestimmung der niederfrequenten Modulation.
Ursache: Mobil-, Daten-, Bündel-, Flug-, Richtfunk, Radio, TV, Radar, Militär, Schnurlostelefone, Geräte...

  

4  ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)

Messung der statischen elektrischen Oberflächenspannung (V) und Entladezeit (s)
Ursache: Synthetikteppiche, -gardinen, Kunststofftapeten, Lacke, Stoffe, Beschichtungen, Bildschirme...

 

5  MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)

Messung der statischen magnetischen Flussdichte (µT) und Kompassabweichung (°)
Ursache: Stahlteile in Betten, Matratzen, Möbeln, Geräten, Baumasse; Gleichstrom der Straßenbahn... 
 

6  RADIOAKTIVITÄT (Gammastrahlung, Radon)

Messung der Äquivalentdosisleistung (nSv/h, %) und Radonkonzentration (Bq/m3)
Ursache: Baumasse, Steine, Fliesen, Schlacken, Altlasten, Geräte, Lüftung, Bodenstrahlung, Umwelt...
  

 7  GEOLOGISCHE STÖRUNGEN (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)

Messung von Magnetfeld (nT) und Strahlung (ips) der Erde und ihrer Störungen (%)
Ursache: Ströme und Radioaktivität der Erde; Störungen durch z.B. Verwerfungen, Spalten, Wasser...
 

 8  SCHALLWELLEN (Luftschall, Körperschall) 

Messung von Lärm, Infra- und Ultraschall, Schwingung und Vibration (dB, m/s2)
Ursache: Straßenlärm, Luftfahrt, Bahn, Industrie, Geräte, Maschinen, Motoren, Trafos, Schallbrücken...


 

Nach oben Nach oben

 
B  WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA

   
1  FORMALDEHYD und andere giftige Gase

Messung von Formaldehyd, Ozon und Chlor, Stadt- und Industriegasen, Erdgas, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid sowie weiteren Verbrennungsgasen (ppm, µg/m3)
Ursache: Lacke, Kleber, Spanplatten, Holzwerkstoffe, Einrichtungen, Geräte, Heizung, Lecks, Abgase...
  

2  LÖSEMITTEL und andere flüchtige Schadstoffe (VOC)

Messung flüchtiger Stoffe (ppm, µg/m3) wie Aldehyde, Aliphaten, Cydoalkane, Alkohole, Amine, Aromaten, CKW, Ester, Ether, Glykole, Isocyanate, Ketone, Terpene
Ursache: Farben, Lacke, Kleber, Kunststoffe, Spanholz, Bauteile, Möbel, Pflegemittel, Einrichtungen...
   

3   BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe

Messung schwerflüchtiger Stoffe (mg/kg, ng/m3) wie Pestizide, Insektizide, Fungizide, Holzschutzmittel, Pyrethroide, Flammschutzmittel, Weichmacher, PCB, PAK, Dioxine

Ursache: Holz-, Leder-, Teppichschutz, Kleber, Kunststoffe, Dichtungen, Kammerjäger, Mottensprays...
 

 4  SCHWERMETALLE und andere anorganische Schadstoffe

Messung anorganischer Stoffe (mg/kg) wie Schwermetalle, Metallverbindungen, Salze
Ursache: Holzschutz, Baustoffe, Bau feuchte, PVC, Farben, Glasuren, Sanitärrohre, Industrie, Umwelt...
  

 5  PARTIKEL und FASERN (Staub, Schwebstoffe, Asbest, Mineralfasern...) 

Messung von Staub, Partikelzahl und -große, Asbest und sonstigen Fasern (/m3, /l)
Ursache: Aerosole, Staub, Rauch, Ruß, Bau- und Dämmstoffe, Klimaanlagen, Geräte, Lüftung, Umwelt...
  

 6  RAUMKLIMA (Temperatur, Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)

Messung von Temperatur (°C), Feuchte (r.F., a.F., %), Sauerstoff (Vol.%), Kohlendioxid (ppm), Luftdruck (mbar), Luftbewegung (m/s) sowie der Kleinionen (/cm3) und der Luftelektrizität (V/m), Feststellung von Gerüchen und der Luftwechselrate
Ursache: Baufeuchte, Lüftung, Heizung, Einrichtung, Atmung, Elektrostatik, Strahlung, Staub, Umwelt...
 


Nach oben Nach oben

 

 C  PILZE, BAKTERIEN, ALLERGENE

1  SCHIMMELPILZE und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte

Messung und Bestimmung von kultivierbaren und nicht kultivierbaren Schimmelpilzen, Schimmelpilzsporen (/m3, /dm2, /g) und -stoffwechselprodukten (MVOC, Toxine)
Ursache: Feuchteschäden, Wärmebrücken, Baumaterial, Lüftung, Klimaanlagen, Einrichtung, Umwelt...

  

2  HEFEPILZE und deren Stoffwechselprodukte

Messung und Bestimmung von Hefepilzen (/m3, /dm2, /g) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Nässebereiche, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Geräte, Einrichtung, Umwelt...

  

3  BAKTERIEN und deren Stoffwechselprodukte 

Messung und Bestimmung von Bakterien (/m3, /dm2, /g, /l) und Stoffwechselprodukten
Ursache: Feuchteschäden, Fäkalienschäden, Hygieneprobleme, Lebensmittelvorrat, Abfälle, Umwelt...

   

4  HAUSSTAUBMILBEN und andere Allergene

Messung der Milbenzahl und -exkremente, Pollen, Gräser, Tierhaare (/m3,  / g,%)
Ursache: Milben und Stoffwechselprodukte, Hygieneprobleme, Hausstaub, Feuchte, Lüftung, Umwelt...

Im Rahmen des baubiologischen Standards werden weitere Begutachtungen durchgeführt, z.B. der Lichtqualität, Beleuchtungsstärke und UV-Strahlung, der Leitungswasserqualität, von Baumaterialien, Möbeln und anderen Einrichtungen, von Haus- und Holzschädlingen.

Bitte beachten Sie die ergänzenden baubiologischen Richtwerte für Schlafbereiche, welche speziell für das Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit entwickelt wurden. Hier stehen bei der Bewertung Erfahrung, Vorsorge und das Erreichbare im Vordergrund.
 

 

Mit freundlicher Publikationsgenehmigung von 

BAUBIOLOGIE MAES   

Schorlemerstr. 87

DE-41464 Neuss

 

IBN Institut für Baubiologie und Ökologie
Holzham 25, DE-83115 Neubeuern

 

 


Nach oben Nach oben

 

Baubiologische Richtwerte

 Ergänzung zum Standard der baubiologischen Messtechnik SBM-2003

 BAUBIOLOGISCHE RICHTWERTE FÜR SCHLAFBEREICHE

Die baubiologischen Richtwerte sind Vorsorgewerte. Sie beziehen sich auf Schlafbereiche, das damit verbundene Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit des Menschen. Sie sind die Folge tausendfacher, jahrelanger Erfahrung und orientieren sich am Erreichbaren.r Sanierung. Hier werden teilweise schon internationale Richtwerte und Empfehlungen für Arbeitsplätze erreicht oder überschritten.

 

Prinzipiell gilt:

Jede machbare Risiko-Reduzierung ist anzustreben. Maßstab ist die Natur.


 

Baubiologische Richtwerte

 Ergänzung zum Standard der baubiologischen Messtechnik SBM-2003

 BAUBIOLOGISCHE RICHTWERTE FÜR SCHLAFBEREICHE

 Die baubiologischen Richtwerte sind Vorsorgewerte. Sie beziehen sich auf Schlafbereiche, das damit verbundene Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit des Menschen. Sie sind die Folge tausendfacher, jahrelanger Erfahrung und orientieren sich am Erreichbaren.

 

A     FELDER, WELLEN, STRAHLUNG..

1    ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)
2    MAGNETISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)

3    ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN (Hochfrequenz)

4    ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)

5    MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)

6    RADIOAKTIVITÄT (Gammastrahlung, Radon)

7    GEOLOGISCHE STÖRUNGEN (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)

 

B     WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA.

1    FORMALDEHYD und andere giftige Gase.
2    LÖSEMITTEL und andere flüchtige Schadstoffe.

3    BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe.

6    RAUMKLIMA (Temperatur. Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)
 


C      PILZE, BAKTERIEN, ALLERGENE.

1     SCHIMMELPILZE und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte
 


 

    keine
Anomalie
schwache
Anomalie
starke
Anomalie
extreme
Anomalie

 

 

A   FELDER, WELLEN, STRAHLUNG

 1   ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)

 

Feldstärke in Volt pro Meter

V/m

<1

1-5

5-50

>50

Körperspannung in Millivolt

mV

<10

10-100

100-1000

>1000

 

DIN/VDE 0848: Arbeit 20.000 V/m, Bevölkerung 7000 V/m; WHO/IRPA: 5000 V/m; MPR: 25 V/m,
TCO: 10 V/m BImSchV: 5000 V/m; Empfehlung US-Kongress 1996:10 V/m; Nervenreizung (RWE): ab 15 mV;
Natur: < 0,0001 V/m

 

2  MAGNETISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)
 

Flussdichte in Nanotesla             

nT

< 20

20-100

100-500

>500

 

DIN/VDE 0848: Arbeit 5 Millionen nT, Bevölkerung 400.000 nT; WHO/IRPA: 100.000 nT; MPR: 250 nT,
TCO: 200 nT BImSchV: 100.000 nT; Empfehlung US-Kongress 1996: 200 nT; DIN/VDE 0107 (EEG): 200 nT;
Natur: < 0,0002 nT Schweiz: 1000 nT (Langzeitaufenthalt); WHO/IARC (2001);
300-400 nT sind potenziell krebserregend für Menschen

 

3  ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN (Hochfrequenz)

Strahlungsdichte in Mikrowatt pro Quadratmeter

gepulst                       

µW/m2

<0.1

0.1- 5

5-100

>100

ungepulst                       

µW/m2

<1

1- 50

50-1000

>1000

 

 

DIN/VDE 0848: Arbeit 25-100 Millionen µW/m2 Bevölkerung,
BImSchV, WHO/IRPA: 2-10 Millionen
µW/m2 (je nach
Frequenz); Mobilfunk gepulst: Salzburger Resolution, Ärztekammer, EEG-Effekte: 1000
µW/m2;
EU-Parlament STOA:
100
µW/m2; Land Salzburg: draussen 10 µW/m2, drinnen 1 µW/m2;
Handyfunktion: < 0,001
µW/m2; Natur: < 0,000`001 µW/m2

 

 4  ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)
 

Oberflächenspannung in Volt

V

<100

100-500

500-2000

>2000

Entladezeit in Sekunden

s

<10

10-20

20-30

>30

 

MPR und TCO: 500 V; Elektronikschäden: ab 100 V;
schmerzhafte Schläge und Funkenüberschlag: ab 2000-3000 V

  

5  MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)

Flussdichteabweichung in Mikrotesla

µT

<1

1-2

2-10

> 10

Kompassabweichung in Grad      

°

<2

2-10

10-100

>100

 

DIN/VDE 0848: Arbeitsplatz 67.900 µT, Bevölkerung 21.200 µT; USA/Österreich- 5000-200.000 µT;
Kernspin ~ 2 T Natur (Erdmagnetfeld): Mitteleuropa 40-50 µ T ± 0,01-1 µT; Magnetfeld Auge 0,0001 nT,
Hirn 0,001 nT, Herz 0,05 nT

 

6  RADIOAKTIVITÄT (Gammastrahlung, Radon)
 

Dosisleistungserhöhung in Prozent

%

< 50

50-70

70-100

> 100

Bezogen auf die lokale Umgebung: BRD im Schnitt 0,85 mSv/a (100 nSv/h);
BGA: Bevölkerung 1,67 mSv/a; Strahlenschutzverordnung: Bevölkerung 1,5 mSv/a zusätzliche Belastung,
Arbeitsplatz 15 mSv/a.
Bei starker Abweichung von der mittleren Umgebungsstrahlung muss der Rahmen der
prozentualen Dosiserhöhung enger gesteckt werden.

Radon in Becquerel
pro  Kubikmeter

Bq/m3

<20

20-50

50-200

>200

 

 

Strahlenschutzkommission SSK: 250 Bq/m3, Empfehlung Schweden: 200 Bq/m3,
EPA-Empfehlung USA: 150 Bq/m3

 

  7   GEOLOGISCHE STÖRUNGEN (Erdmagnetfeld, Erdstrahlung)
 

 

Störung Erdmagnetfeld
in Nanotesla 

nT

<100

100-200

200-1000

>1000

Störung Erdstrahlung
in Prozent     

%

<10

10-20

20-50

>50

 

 

Natürliche Erdmagnetfeldschwankungen: zeitlich 10-100 nT,
örtlich (Magnetstürme, Sonneneruptionen) 100-1000 nT

 


 

Nach oben Nach oben

 
B   WOHNGIFTE, SCHADSTOFFE, RAUMKLIMA

1  FORMALDEHYD und andere giftige Gase
 

Formaldehyd
in parts per million

ppm

< 0,02

0,02-0,05

0,05-0,1

> 0,1

 

MAK-Grenzwert: 0,5 ppm; BGA-Empfehlung: 0,1 ppm; WHO: 0,05 ppm; Katalyse: 0,04 ppm;
VDI 1992: 0,02 ppm Natur: 0,002 ppm; Schleimhaut- und Augenreizung: 0,05 ppm;
Riechschwelle: 0,05 ppm; Lebensgefahr: ab 30 ppm

 
2  LÖSEMITTEL und andere flüchtige Schadstoffe
 

VOC in Mikrogramm
pro Kubikmeter

µg/m3

< 100

100-300

300-1000

> 1000

 

Molhave (1986): 200 µg/m3, Seifert (BGA 1990): 300 µg/m3,
Gesellschaft für Umweltchemie GfU (1998): 200 µg/m3

 
3  BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe

 

Pestizide 

wie PCP, Lindan, Permethrin,

Dichlofluanid, Chlorpyrifos

Luft

ng/m3

<5

5-50

50-100

>100

Holz

mg/kg

< 0,2

0,2-5

5-100

>100

Staub

mg/kg

< 0,2

0,2-1

1-5

>5

PCB, Flammschutzmittel

Staub

mg/kg

< 0,1

0,1-1

1-10

>10

PAK

Staub

mg/kg

< 0,5

0,5-5

5-50

>50

Weichmacher

Staub

mg/kg

< 100

100-250

250-500

>500

 

 

 

 

Summenwerte in Nanogramm pro Kubikmeter (Luft) bzw. Milligramm pro Kilogramm (Material)
 
Werte nur für chlorierte Flammschutzmittel;
Werte nur für an Staub adsorbierte Weichmacher (Gesamtgehalt: x 3)
PCB nach LAGA; PAK nach EPA; PCP-Verbot: 5 mg/kg, BGA: 1000 ng/m3,
ARGE-Bau: 100 ng/m3, 1 mg/kg (Staub)


  

6 RAUMKLIMA (Temperatur. Feuchte, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche...)


Relative Luftfeuchte  in Prozent

% r.F.

40-60

< 40 / > 60

< 30 / > 70

< 20/ > 80

Kohlendioxid in parts per million

ppm

< 500

  500-700

  700-1000

   >1000

 

 

MAK-Grenzwert: 5000 ppm; USA-Grenzwert Arbeitsplatz: 1000 ppm;
Natur: Land ~ 360 ppm, Stadt  400-500 ppm

 

Kleinionen pro Kubikzentimeter Luft

/cm3

> 500

200-500

100-200

<100

Natur: Meer > 3000/cm3, Reinluftgebiet 2000/cm3, Stadt < 1000/cm3,
Raum mit Synthetik < 100/cm3, Smog < 50/cm3

Luftelektrizität in Volt pro Meter

V/m

< 100

100-500

500-2000

>2000

 

DIN/VDE 0848: Arbeit 40.000 V/m, Bevölkerung 10.000 V/m; Natur: ~ 50-200 V/m; Föhn/Gewitter: ~ 1000-10.000 V/m

 


Nach oben Nach oben

 

C   PILZE, BAKTERIEN, ALLERGENE

 1  SCHIMMELPILZE und deren Sporen sowie Stoffwechselprodukte

Die Schimmelpilzzahlen in der Raumluft sollten deutlich unter den im Freien bzw. im Bereich von unbelasteten Vergleichsräumen liegen. Die Schimmelpilzarten in der Raumluft sollten sich nicht wesentlich von den im Freien unterscheiden. Speziell krankmachende Keime, z.B. Schimmelpilze wie Aspergillus oder Stachybotrys, Hefepilze wie Candida oder Cryptococcus und coliforme Bakterien, sollten in Räumen nicht oder nur minimal nachweisbar sein. Jedem Verdacht auf mikrobiellen Befall (Gebäudeanamnese, Bauschäden, Feuchte, Gerüche, Gesundheitssymptome, feuchteindizierende Pilze oder Bakterien...) sollte darüber hinaus nachgegangen werden.

 Ergänzend zu diesen massgeblichen Bewertungskriterien können je nach klimatischen, geographischen und raumhygienischen Gegebenheiten folgende Orientierungswerte herangezogen werden, und zwar bei Einsatz von YM- Baubiologie-Agar und Bebrütung bei 20-24 °C sowie relativ niedrigen Aussenluftkonzentrationen unter 500-1000/m3:

Sporen (KBE) pro Kubikmeter Luft  

/m3

< 200

200-500

500-1000

> 1000

Sporen pro Quadratdezimeter Fläche

/dm2

< 20

20-50

50-100

> 100

 

WHO: Pathogene und toxigene Pilze sind in der Innenraumluft nicht zu akzeptieren,
ab 50KBE/m3 einer Pilzart ist nach Quellen zu suchen; bis 500/m3 sind bei einer Mischung
umwelttypischer Pilzarten (z.B. Cladosporium) zu vertreten.

Keine Anomalie entspricht natürlichen Umweltmassstäben oder dem häufig anzutreffenden und nahezu unausweichlichen Mindestmass zivilisatorischer Einflüsse. 

Schwache Anomalie heisst: Im Sinne einer Vorsorge und mit Rücksicht auf besonders empfindliche oder kranke Menschen sollten langfristig Sanierungen durchgeführt werden, wann immer es geht.

Starke Anomalien sind aus baubiologischer Sicht nicht mehr zu akzeptieren. Es besteht Handlungsbedarf, Sanierungen sollten zügig durchgeführt werden. 

Extreme Anomalien bedürfen konsequenter und kurzfristiger Sanierung. Hier werden teilweise schon internationale Richtwerte und Empfehlungen für Arbeitsplätze erreicht oder überschritten.

Prinzipiell gilt:

Jede machbare Risiko-Reduzierung ist anzustreben. Massstab ist die Natur.

 

 

Mit freundlicher Publikationsgenehmigung von 

BAUBIOLOGIE MAES   

Schorlemerstr. 87

DE-41464 Neuss

 

IBN Institut für Baubiologie und Ökologie
Holzham 25, DE-83115 Neubeuern

 

Copyright (c) by www.schimmelpilzlabor.ch